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Interview mit David J. Haines
Grohe will seine Partnerschaft mit Joyou, einem führenden chinesischen Hersteller von Armaturen und anderen Sanitärprodukten, weiter ausbauen, um seine bestehende Marktführerschaft in Europa, in den USA und im Nahen Osten auch auf den asiatischen Markt auszuweiten. Mit dem Erwerb einer strategischen Beteiligung an Joyou erhält Grohe die Chance, noch deutlicher am starken Wachstum des chinesischen Sanitärmarkts teilzuhaben. Die InSight Redaktion führte dazu ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Grohe AG David J. Haines.
Herr Haines, Grohe plant, auf dem asiatischen Markt weiter zu wachsen und eine größere Beteiligung an Joyou zu erwerben. Warum glauben Sie, dass dies für Grohe der richtige Schritt ist?
Joyou ist ein langjähriger und sehr geschätzter Geschäftspartner von Grohe. Unsere Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren für beide Seiten als sehr fruchtbar erwiesen. Daher ist es für uns der nächste logische Schritt, unsere Geschäftsbeziehungen weiter zu vertiefen. Wir freuen uns, mit Joyou einen so hervorragenden Geschäftspartner im asiatisch-pazifischen Raum zu haben.
Grohe ist hervorragend aufgestellt. Im Jahr 2010 konnten wir unseren Umsatz gegenüber 2009 um 19 Prozent auf 980 Millionen Euro und den EBITDA um 29 Prozent auf 200 Millionen Euro steigern. Mit dem Erwerb einer strategischen Beteiligung an Joyou erhalten wir die Chance, unseren Zugang zum chinesischen Sanitärmarkt auszubauen und von den hervorragenden Wachstumsaussichten dort zu profitieren, denn Joyou ist mit seinem dichten Vertriebsnetzwerk und dem großen Kundenstamm in China sehr gut positioniert. Ich bin sicher, dass wir zusammen mit unserem Grohe China Team auf dem asiatischen Markt noch mehr an Fahrt gewinnen werden. Joyou und Grohe können beide in ihren jeweiligen Märkten profitieren, indem sie ihre Stärken bündeln. Somit schaffen wir eine Ausgangslage, die für beide Unternehmen, unsere Kunden und alle Mitarbeiter viele Vorteile verspricht.
Werden Sie jetzt Grohe Produkte günstig in China produzieren?
Nein. Wir haben nicht vor, die Produktion von unseren bestehenden Standorten zu verlagern. Im Gegenteil, wir zählen auch in Zukunft auf den Einsatz und die Kompetenz jedes einzelnen Mitarbeiters und jeder einzelnen Mitarbeiterin, bei Grohe und bei Joyou. Bei unserer Beteiligung geht es um internationales Wachstum und weitere Profitabilität. Eine starke Präsenz ist gerade in schnell wachsenden Märkten wie China für unseren künftigen Unternehmenserfolg entscheidend. Je besser wir unsere Position als Weltmarktführer ausbauen können, desto sicherer sind die Arbeitsplätze unserer gesamten Mitarbeiter weltweit. Und eines ist ganz klar: Unsere deutschen Werke bleiben auch in Zukunft unsere Kompetenzzentren.
Welche Konsequenzen hat die Transaktion für die Produkte und die Marke Joyou bzw. Grohe?
Was unsere Produkte und Marken betrifft, so wird sich an der klaren Trennung nichts ändern: Joyou bleibt die Oberklassenmarke für das chinesische Massengeschäft, Grohe die internationale Premiummarke. Auch in Zukunft wird Grohe weiterhin Grohe Produkte produzieren und Joyou weiterhin Joyou Produkte fertigen. Wir möchten, dass beide Marken unabhängig bleiben und ihre Markenidentität beibehalten – nicht zuletzt, weil unsere Zielgruppen sehr unterschiedlich sind.
Was sind Ihre mittelfristigen Pläne für diese Beteiligung?
Wir betrachten uns als Partner, die nach erfolgreichem Abschluss des Übernahmeangebots gemeinsam die Zukunft von Joyou gestalten werden. Joyou ist Marktführer in China und hat dort bereits eine starke Marktpräsenz, die wir dann weiter ausbauen wollen. Ich freue mich persönlich sehr darauf, diesen nächsten großen strategischen Schritt gemeinsam mit Joyou umzusetzen.




